29. Juli 2016

[GedankenGut] EIGENTLICH - gehört verbannt


Ich starte hiermit eine neue Kategorie auf meinem Blog. Beim GedankenGut soll es um vielerlei verschiedene Themen gehen, die mich aktuell bewegen, mich amüsieren oder mich einfach in irgendeiner Art und Weise beschäftigen.
Ich bin selbst gespannt, welche Themen sich hier in Zukunft einreihen werden. Lasst mich doch mal in den Kommentaren wissen, ob ihr das interessant findet und gerne regelmäßig lesen möchtet. Auch Vorschläge und Wünsche sind herzlich willkommen.

Heute geht es um ein Wort, welches mir vielerorts und immer wieder sehr häufig begegnet. Ich persönlich versuche das Wort weitestgehend aus meinem Wortschatz zu verbannen, denn es entkräftet einfach nur jede Aussage.

EIGENTLICH


Befassen wir uns erst einmal mit der Bedeutung des Wortes:

    1. in Wirklichkeit (im Unterschied zum äußeren Anschein); Abkürzung: eigtl.
    2. im Grunde, genau genommen; an und für sich; Abkürzung: eigtl.
    3. kennzeichnet einen meist halbherzigen, nicht überzeugenden Einwand, weist auf eine     ursprüngliche, aber schon aufgegebene Absicht hin; Abkürzung: eigtl.
    (Quelle duden.de)

    Mir scheint, als würde das Wort eigentlich in der heutigen Zeit eher für Punkt 3 eingesetzt werden. Zwei Beispiele, die ich gerade brandaktuell erlebt habe.

    Situation 1

    Ich habe von einer PR-Firma ein Produkt aus dem Bereich Lebensmittel zugesandt bekommen. Es handelte sich um frische Lebensmittel, die auf dem Transportweg gekühlt waren. Durch die Postlaufzeit kam das Produkt erst einen Tag verzögert bei mir an und es war natürlich nicht mehr gekühlt. Dazu haben wir aktuell jeden Tag 30 Grad und im Transportauto ist eine entsprechende Wärme. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Produkt noch verzehren kann und bat die PR-Agentur beim Kunden nachzufragen, ob das Produkt nach einem Tag ungekühlt noch verzehrbar sei. Ich wollte dahingehend einfach sichergehen.
    Als Antwort bekam ich folgendes:

    Liebe Melli, ich habe mich informiert und eigentlich sollte das kein Problem sein.


    Eigentlich?


    Situation 2

    Vor ein paar Tagen rief mich im Büro ein Kunde an und hatte ein Anliegen. Ich erarbeitete eine Lösung mit ihm und sagte ihm zu, dass ich es umsetzen werde, wie wir es besprochen haben.
    Bei der technischen Umsetzung wollte ich mich allerdings bei der Fachabteilung rückversichern, da ich dieses Thema selten bearbeite und es - wie der Name schon sagt - eine Fachabteilung dafür in unserem Haus gibt. Ich schilderte also dem Kollegen was unser Kunde möchte und erläuterte ihm, wie ich die Umsetzung machen würde. Am Ende meiner Ausführungen fragte ich: Jetzt noch Feld XY anklicken und dann haben wir den Kundenwunsch umgesetzt, richtig?
    Als Antwort bekam ich folgendes:

    Ja, das sollte dann eigentlich so stimmen.


    Eigentlich?


    Kann ich nun das Lebensmittel eigentlich noch essen, oder kann es passieren, dass ich mir uneigentlich den Magen verderbe?
    Ist unser Kunde eigentlich zufrieden gestellt oder ruft er mich morgen an und beschwert sich, dass alles uneigentlich nicht funktioniert.

    Ich persönlich habe mir - zum Leidwesen vieler meiner Kollegen - die Gegenfrage Und uneigentlich? angewöhnt. Ich möchte klare Ansagen, keine Mutmaßungen. Denn mutmaßen kann ich selbst.

    Warum benutzen so unheimlich viele Menschen dieses Wort? Hat man heutzutage Angst an den Pranger gestellt zu werden, wenn man doch mal eine falsche Aussage gegeben hat? Oder trauen wir uns und unserem Wissen nicht mehr?



    Kommentare:

    1. Super Idee! Ich mag es wenn man seinen Gedanke freien Lauf lassen kann. Egal ob Alltägliches oder Beauty...
      Ganz liebe Grüße
      Nadine von tantedine.de

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    2. Schöne Idee mit der neuen Kategorie. Eigentlich ist meiner Meinung nach so fest in der umgangssprache verankert, dass es oft unbewusst in einen Satz mit einfließt. Ich werde jetzt bei mir drauf achten wann ich eigentlich einsetze. Wirklich wenn ich unsicher bin oder einfach so. ;-)

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