14. August 2016

[GedankenGut] Auszeiten nehmen


Den heutigen Beitrag Auszeit nehmen nehmt ihr bitte nicht allzu wörtlich. Ich werde keine Auszeit vom bloggen nehmen, im Gegenteil. Es geht vielmehr darum, dass es wichtig ist, dass jeder sich Auszeiten nimmt. Zeiten, in denen er für sich sein kann und von gewissen Dingen Abstand nehmen kann.
Mein Leben ist voll von vielen Dingen. Ich arbeite 30 Stunden die Woche, habe einen 5jährigen Sohn, der die volle Aufmerksamkeit fordert und leider nicht immer bekommt (bekommen kann). Ich führe eine Ehe, habe Haus und Garten, habe Freunde, Familie. Und irgendwas ist da doch noch...? Achja...ich selbst. Ich bin da irgendwo auch noch und bekomme die wenigste Aufmerksamkeit.

Eine Freundin hat mir letztens vorgeworfen, dass ich mich derzeit kaum noch bei ihr melde. Ja, das stimmt. Ich kann auch ihren Missmut verstehen, wäre da nicht folgende Aussage nachgekommen: "Anstatt deinen Blogkram zu machen, könntest du mich auch mal anrufen."

Okay, liebe Welt - fassen wir mal zusammen:

Ich stehe unter der Woche um 6 auf und mache mich fertig für die Arbeit. Ich versuche von halb 7 bis um 7 meinen Sohn zum Aufstehen zu animieren. Danach versuche ich etwa 10 Minuten ihn dazu zu bringen, doch aufs Klo zu gehen und sich anzuziehen. Das Anziehen übernehme meist doch ich, da ich es mir selten erlauben kann, erst um zehn im Büro zu sein. Fürs Frühstück ist es dann meist schon zu spät, er bekommt 5 Mandeln in die Hand, die er im Auto auf dem Weg in den Kindergarten essen kann.
Ich liefere ihn im Kindergarten ab (mittlerweile zum Glück ohne große Katastrophen und Schreitiraden) und fahre ins Büro. Dort geht es direkt Vollgas los und mein Mittagessen esse ich meistens auch noch am Schreibtisch. Ich mache um drei Feierabend, hetze kurz zum Einkaufen, in die Reinigung und in die Post und hole dann meinen Sohn spätestens kurz vor 4 im Kindergarten ab. Auf dem Weg zum Auto stellt er mir die täglich aufs neue verhasste Frage: "Was machen wir heute? Wo gehen wir hin?". Meine Antwort: "Nach Hause, ich muss Wäsche machen" stößt selten auf Freudensprünge. Also machen wir meist noch einen Abstecher auf den Spielplatz und fahren dann unter großen Protest nach Hause, wo ich Einkäufe weg räume, mich der Wäsche widme und aufräume. Ich kann von Glück reden den weltbesten Ehemann zu haben, der morgens vor der Arbeit Bad putzt und staubsaugt.
Mein Sohn nörgelt wieder und wir spielen ein Spiel, puzzlen, malen oder ich lese vor. Nun wird es Zeit fürs Abendessen und ich koche. Danach essen wir und mein Sohn wird fürs Bett fertig gemacht. Halb acht liegt er im Bett und mit viel Glück schläft er um acht. Mein Mann hat in der Zwischenzeit schon die Küche aufgeräumt und wenn ich nicht gerade um neun hundemüde ins Bett falle, dann besitze ich doch allen ernstes die Dreistigkeit mich meinem (diesem!) Blog zu widmen.
Ich möchte anmerken, dass natürlich nicht jeder Tag so verläuft, aber ich weiß auch nicht, wann ich das letzte Mal beim Frauen- oder Zahnarzt zur Vorsorge war. Mein Tag ist zu kurz, um alles unter zu bekommen.
Ich habe abends keine Lust mehr zum telefonieren, denn ich rede im Büro den ganzen Tag mit Kunden und Kollegen und habe einen Sohn, der niemals nie nicht still sein kann.

Der Blog ist für mich meine Auszeit, die so unglaublich wichtig ist. Ich kann nicht nur für andere funktionieren, sondern ich muss Dinge tun, die MIR gut tun. Und in meinem Alltag habe ich für solche Dinge kaum Zeit, mir bleiben lediglich die Abende.
Und da bin ich gerne in meiner Make-up und Beautywelt und widme mich einer Sache, die MIR unheimlich viel Freude macht und bei welcher ich wunderbar abschalten kann.

Würde ich diesen Ausgleich nicht haben, dann würde ich wohl sehr schnell sehr unzufrieden sein. Jeder benötigt etwas, ein Hobby, eine Aufgabe. Denn Leben besteht nicht nur daraus für andere zu funktionieren. 

Welche Auszeiten nehmt ihr euch? Was ist euer Ausgleich?

1 Kommentar:

  1. Oh man ehy....ich kann dich so gut verstehen XD
    Ich finde es erschreckend, wie manche Freunde reagieren, wenn man wirklich mal sagt "Heute nicht...heute sitze ich an meinem Blog!" Ich denke es ist für diejenigen, die keinen Blog führen sehr schwer nach zu vollziehen, wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt und das man sich die Zeit einfach nehmen muss, um den Blog zu füllen und am Leben zu halten.

    Dann kommt der Spruch "Warum tust du dir in der Freizeit diesen Stress an?!" Eben weil es für mich positiver Stress ist...ich liebe es über Makeup zu sinnieren und tatsächlich da draußen ganz viele Menschen zu finden, die das Thema ebenso interessant finden und einen nicht mit dem gewissen Augenzwinkern anschauen, wenn man mal wieder etwas über Makeup oder die Bloggerwelt erzählen möchte.
    Mittlerweile habe ich sogar einige Freundinnen verloren, aber mittlerweile weiß ich, dass es nicht schlimm ist. Die Interessen gehen einfach irgendwann auseinander und wenn sich der andere nicht mal 5 Minuten für mein Hobby interessiert, dann kann ich es auch nicht ändern.
    Ich bin jemand, der sich früher immer allen angepasst hat, die eigenen Interessen nach hinten geschoben hat um dann hinterher fest zu stellen: dieses Treffen hat mir überhaupt nichts gebracht...ich habe mir nur die Geschichten der anderen angehört...und keiner hat gefragt, wie es mir ergeht.
    Ich musste mir 5 Stunden lang Gespräche über Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung anhören. Ein Thema, das bei mir einfach noch nicht ansteht...und von dem ich genauso wenig verstehe, wie meine Freundinnen vom Bloggen.
    Es ist ok darüber zu reden und sich aus zu tauschen...aber wie gesagt...ich wurde nur bezwinkert und schon wurde das Gespräch wieder auf Kinder gelenkt.

    Irgendwann habe ich mir die Freiheit genommen zu sagen "Unsere Freundschaft bringt mir nichts mehr! Beschäftige du dich mit dem Familienleben und suche dir Freunde die ebenfalls den ganzen Nachmittag mit dir darüber reden wollen. Ich kann und möchte es nicht mehr!"
    Das war so befreiend und endlich hatte ich wieder Zeit für meine Hobby und die Freunde, die es mit mir teilen oder es zumindest akzeptieren und mit denen mal über alles quatschen kann...aber nicht nur über ein Thema. XD

    Und ich habe gelernt Nein zu sagen...mir meine Auszeiten zu nehmen. Mein Beruf ist anstrengend genug...41 Stunden die Woche muss ich Gespräche führen, Schreiben aufsetzen, betreuen, beraten und vor Allem immer die Starke sein! Da möchte ich in meiner Freizeit meinen Rückzugsort und Freunde, die es nicht in Frage stellen, wenn ich diese Zeit einfach mal für mich brauche.

    Ich kann dich da absolut verstehen und kann nur sagen: Mach dir wirklich keinen Stress. Richtige Freunde verstehen es und werden an deiner Seite bleiben. Jeder muss sich seine persönliche Auszeit gönnen und da hat niemand rein zu reden. Punkt! :D

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